Haber, Fritz

deutscher Chemiker (1868-1934)

Haber war in vielen Bereichen der physikalischen Chemie erfolgreich: Redoxreaktionen organischer Substanzen, Thermodynamik von Gasreaktionen, Katalyse und Autoxidation. Seine bedeutendste Leistung aber war die Entwicklung der Synthese von Ammoniak aus Luftstickstoff und Wasserstoff (1905-1910), für die er 1918 den Nobelpreis für Chemie erhielt. Die großtechnische Herstellung von Ammoniak bei Drücken von 200 bar gelang Carl Bosch (1913). Das Haber-Bosch-Verfahren ist das einzige großtechnische Verfahren mit dem Luftstickstoff zu einer chemischen Verbindung umgesetzt wird. Ammoniak ist eine Grundchemikalie, die zu vielen Folgeprodukten weiter verarbeitet wird, vor allem zu stickstoffhaltigen Düngemitteln. Im 1. Weltkrieg war Haber verantwortlich für die Produktion und auch den Einsatz von Giftgas. Er war Mitbegründer der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft (später "Deutsche Forschungsgemeinschaft"). Wegen seiner jüdischen Herkunft musste er 1933 emigrieren.