Pyrrhotin

Mineralienfoto Pyrrhotin

Rosettenartiges Aggregat subparallel verwachsener Kristalle, dünntaflig nach der vorherrschenden Basis (0001). Mit kleinen Kristallen von Calcit (Kalkspat, Ca[CO3]. Breite: 5,5 cm. Fundort: Grube Herja bei Baia Mare, Maramures, Rumänien (ehem. Kisbanya, Ungarn).

Mineralname Pyrrhotin (engl. Pyrrhotite), syn. Magnetkies
Mineralformel Fe1-xS
Kristallsystem hexagonale und monokline Strukturvarianten
Kristallklasse dihexagonal - dipyramidal, monoklin - prismatisch u.a.; Hermann-Mauguin-Symbole: 6/mmm, 2/m u.a.
Vorkommen

Magmatische Bildung aus der Schmelze: in fast allen Plutoniten (Tiefengesteinen) enthalten, besonders denen der Gabbro-Familie; lokale Anreicherung in schmelzflüssigem Zustand führt zu großen Lagerstätten mit derben Massen aus Pyrrhotin neben Chalkopyrit, Pentlandit u.a.

Bildung in niedriger temperierten Schmelzen bis überkritischen wässrigen Dämpfen sowie daran geknüpfte Verdrängungslagerstätten. Ausscheidung aus höher temperierten wässrigen Lösungen auf Gesteinsklüften führen zu hydrothermalen Gängen, wo Pyrrhotin z.B. neben Gold, Quarz u.a. auftritt: hier können gut ausgebildete Kristalle entstehen.

Metamorphe Bildungen, vor allem aus Pyrit, durch Temperatur- und Druckerhöhung bei verschiedenen geologischen Prozessen, können ebenfalls zu großen Lagerstätten führen.

Als Nebenbestandteil vieler Meteorite: hier meist stöchiometrisch als Troilit FeS.

Verwendung

Reiner Pyrrhotin ist weder als S- noch als Fe-Rohstoff wirtschaftlich verwendbar, nur örtlich zur Herstellung von Eisenvitriol und Polierrot (Potée) verwendet.

Als Rohstoff für die Schwefelsäureherstellung tritt Pyrrhotin gegenüber Pyrit zurück (siehe dort).

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind die intramagmatischen Sulfiderzlagerstätten infolge seiner Gehalte an entmischtem Pentlandit Fe(Ni,Fe)8S8.

Ni wird in der Technik vielfältig verwendet: zu Stahllegierungen (Korrosionsbeständigkeit, Festigkeit, Zähigkeit; Reaktorstähle), Dauermagnetlegierungen und elektrische Widerstandsmaterialien, Ni-Fe- und Ni-Cd-Akkumulatoren, chemische Katalysatoren.

Ni ist außerdem ein wichtiges Münzmetall.

Kristallzeichnung Pyrrhotin

Links: oben tafliger Kristall mit vorherrschender Basis {0001}; unten: subparallele Verwachsung tafliger Kristalle führt zu rosettenartigen Aggregaten.
Rechts: dasselbe rosettenartige Aggregat, Blick senrecht auf die Basis.